Behandlung

Wie wirken Abführmittel?

Alle Abführmittel wirken direkt im Darm, insbesondere im Dickdarm. Grundsätzlich wirken sie über ähnliche Mechanismen: Sie erhöhen den Wassergehalt des Stuhls und damit das Stuhlvolumen sowie die Stuhlgeschmeidigkeit und bewirken dadurch indirekt oder/und direkt eine Anregung der Darmtätigkeit.

In Bezug auf unerwünschte Nebenwirkungen gibt es wichtige Unterschiede:

Pflanzliche Quellstoffe

Abführmittel aus Quell- und Ballaststoffen , die beispielsweise in Leinsamen, Weizenkleie oder Samen bestimmter Wegericharten (Plantago ovata, z. B. Mucofalk®) enthalten sind, zeichnen sich durch ein hohes Quellvermögen aus. Sie können über längere Zeit eingenommen werden. Ein Gewöhnungseffekt wurde bisher nicht beobachtet.

Weizenkleie (links) und Plantago ovata im Vergleich

Weizenkleie quillt auf das 1,8-fache seines Trockenvolumens.

Plantago ovata Samenschalen quellen auf das 40-fache ihres Trockenvolumens.

 

Macrogole sind synthetische Quellstoffe, die die Wirkweise  (Wasserbindung im Stuhl) pflanzlicher Quellstoffe kopieren und ähnlich wie ihre pflanzlichen Vorbilder als Abführmittel eingesetzt werden.

Mild osmotisch wirksame Abführmittel

Künstliche Zucker wie z. B. Lactulose halten das Wasser im Dickdarm zurück und stimulieren die Darmtätigkeit. Da Lactulose im Darm abgebaut wird und dabei auch Gase entstehen, klagen viele Patienten nach der Einnahme über Blähungen.

Darmirritierende und stark osmotisch wirksame Abführmittel

Sennesblätter verhindern im Dickdarm die Abgabe (Resorption) von Wasser in den Körper und fördern zusätzlich die Abgabe von Wasser und Salzen in den Darm. Derartige Abführmittel sollten ohne ärztliche Anweisung nicht täglich oder über einen längeren Zeitraum eingenommen werden. Dies gilt auch für stark osmotisch wirksame Abführmittel wie Glauber- und Bittersalz. Bei unsachgemäßer Anwendung (Missbrauch) kann der Körper Wasser und lebenswichtige Mineralien verlieren.

Gesunde Darmschleimhaut

 

Darmschleimhaut nach langjährigem Gebrauch von senneshaltigen Abführmitteln (Melanosis coli, harmlose Verfärbung der Kolonschleimhaut)

 
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Falsche Ernährung bremst den Darm

Die Grundlage der Behandlung und Vorbeugung von Verstopfung ist eine ballaststoffreiche Ernährung.
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„Chronische Verstopfung”

 

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