Therapiemöglichkeiten

Daher sollten Sie bei den genannten Symptomen oder Verdauungsstörungen immer einen Arzt aufsuchen.

Die weitaus überwiegende Mehrzahl der Patienten mit einem Hämorrhoidalleiden kann konservativ behandelt werden.

Eine Stuhlregulierung mit Ballaststoffen und ausreichender Flüssigkeitszufuhr steht hierbei an erster Stelle. Gel-Bildner wie Flohsamenschalen (z. B. Mucofalk®) verfügen über eine hohe Wasserbindungskapazität und bewirken so einen weichen, aber geformten Stuhl.

 

Starkes Pressen oder lange Sitzungen auf der Toilette sollten vermieden werden!

 

Bei leichten Formen der Hämorrhoidalerkrankung können Salben oder Zäpfchen hilfreich sein, um die lästigen Symptome wie Nässen oder Juckreiz zu lindern.

Die nächste Therapiestufe beinhaltet Sklerosierungen und Gummibandligaturen, die ambulant durchgeführt werden.

Bei der Sklerosierung werden die Hämorrhoiden mit einer speziellen Lösung, die mit einer Spritze appliziert wird, verödet.
Bei der Gummibandligatur werden die Hämorrhoiden abgeschnürt.
Für beide Therapieoptionen gilt, dass sie – wenn sie korrekt durchgeführt werden – keine oder kaum Beschwerden verursachen.

Typischerweise tritt vorübergehend ein gewisses, eher dumpfes Druckgefühl im Bereich des Afters auf, welches aber in der Regel nach wenigen Stunden komplett verschwindet. Bei der Gummibandligatur gilt es zu beachten, dass die Gummibänder nach 5 bis 10 Tagen abgestoßen werden und es dabei zu einer leichten Blutung kommen kann.

Daher gelten bei Patienten, die Medikamente einnehmen, welche die Blutgerinnung beeinflussen, besondere Vorsichtsmaßnahmen. Stärkere Blutungen müssen immer ärztlich behandelt werden.

 


Sklerosierung (Verödung)

Bei der Sklerosierung werden die Hämorrhoiden mit einer speziellen Lösung, die mit einer Spritze appliziert wird, verödet.

 



Gummibandligatur

Bei der Gummibandbehandlung werden die Hämorrhoiden entsprechend abgeschnürt.

 

Bei fortgeschrittenem Hämorrhoidalleiden kommen verschiedene Operationen in Betracht. Bei den klassischen Verfahren werden die entsprechend vergrößerten Hämorrhoidalpolster operativ entfernt. Dabei muss man in den ersten 1 bis 5 Tagen mit gewissen Schmerzen rechnen, die aber gut mit Schmerzmitteln behandelt werden können. Da äußerlich in der Regel offene Stellen verbleiben, gelten die Prinzipien der offenen Wundbehandlung.

Liegen mehrere vergrößerte Hämorrhoiden vor, kann auch eine Stapler-Operation durchgeführt werden. Hierbei wird mit einem speziellen Klammernahtgerät (Stapler) das Enddarmgewebe unmittelbar oberhalb der eigentlichen Hämorrhoiden gerafft und dabei die Durchblutung zu den Hämorrhoiden gedrosselt.

Die ideale Wundbehandlung wird mit Wasser durchgeführt. Empfohlen wird reines, angenehm temperiertes Wasser ohne jegliche Zusätze. Mit einem Bidet ist die Reinigung noch einfacher. Ansonsten sind auch Sitzbäder oder Spülungen möglich, wobei es vollkommen ausreicht, die Wunde 1 bis 2 Minuten sanft zu reinigen.

 


Die Stapler-Operation zeichnet sich durch sehr geringe bzw. keine Schmerzen aus, vorausgesetzt sie wurde korrekt durchgeführt. Werden hingegen die Klammern zu tief im sehr empfindlichen Afterbereich platziert, können sehr starke Schmerzen resultieren, sodass mitunter eine Nachoperation mit Entfernung einiger Klammern erforderlich wird. Äußerlich findet sich bei dieser Operation keine Wunde, somit entfällt die Wundpflege. Auf einen weichen Stuhl muss aber auch bei dieser Operationsmethode geachtet werden.

Nach allen operativen Eingriffen im Analbereich sollte der Stuhl mittels Stuhlregulierung (z. B. Mucofalk®) weich gehalten werden.


Stapler-Operation

 
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