Diagnose

Häufig werden Divertikel als Zufallsbefunde im Rahmen der Dickdarmspiegelung (Koloskopie) gefunden. Bei Schmerzen im Unterbauch und Fieber muss an eine akute Divertikulitis gedacht und umgehend ein Arzt aufgesucht werden.

Ultraschallbefund bei einer akuten Divertikulitis. Verdickte Darmwand mit Divertikel.

Der Ultraschall mit hochauflösenden Schallköpfen und die Computertomografie gelten als Standard-untersuchungsverfahren bei klinischem Verdacht auf eine Divertikelkrankheit.

Mit beiden Verfahren sind Aussagen über die Darmwanddicke, das Vorhandensein von Divertikeln, den Nachweis einer Entzündung und über Komplikationen im Rahmen der Divertikulitis (z.B. Abszess, Fisteln etc.) möglich. Die Untersuchungsbedingungen bei der Ultraschalluntersuchung können aber die Beurteilbarkeit des Darms erheblich einschränken. Insbesondere bei sehr übergewichtigen Patienten, bei ausgeprägtem Darmgas (Meteorismus) und Lage des entzündeten Darmabschnitts im Beckenbereich kann eine Beurteilung durch den Ultraschall unmöglich sein. In diesen Fällen wird eine Computertomografie durchgeführt. Vielerorts erfolgt die Computertomografie bereits als erstes diagnostisches Verfahren bei Verdacht auf eine Divertikulitis.

 

Computertomografischer Befund eines Abszesses (Pfeile) im Unterbauch als Folge eines geplatzten Divertikels im Rahmen einer akuten Divertikulitis.

Ultraschall und Computertomografie bieten die Möglichkeit einer gezielten Punktion zur Diagnosesicherung bei Abszessverdacht sowie
zur Abpunktion von Eiter oder zur Einlage einer Drainage als anschließende Therapiemaßnahme. Damit können operative Eingriffe vermieden oder mehrfache Operationen umgangen werden.

Insbesondere der Ultraschall macht es möglich, den Verlauf regelmäßig zu kontrollieren, ohne den Patienten dabei zu belasten. Auch bei der Koloskopie sind Divertikel gut zu erkennen. In der Regel wird im akuten Stadium einer Divertikulitis die Koloskopie nicht durchgeführt, da das Risiko, den Darm zu verletzen, zu groß ist.

 

Verschluss des Divertikels durch 2 Metall-Clips, darüber befindet sich ein zweites, unauffälliges Divertikel.

Ein Vorteil der Endoskopie ist die Erkennung und die Lokalisation von Divertikelblutungen. Neben der Identifizierung einer Blutungsquelle ist es im Einzelfall zum Beispiel möglich, das blutende Divertikel durch einen oder mehrere Metall-Clips zu verschließen.

Die Kernspintomografie (Magnetresonanztomografie) spielt bei der notfallmäßigen Diagnostik einer akuten Divertikulitis zum momentanen Zeitpunkt noch eine untergeordnete Rolle.

 
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Patientenratgeber „Dickdarmdivertikel und Divertikelkrankheit“

 

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